Podcasts werden selten genutzt. Zu Unrecht. Ein paar Perlen aus dem Fundus der Audiofiles beweisen: Serielles Geschichteerzählen braucht nicht unbedingt Bilder.
Bei Podcasts schütteln viele den Kopf. Abonnierbare Audiofiles haben sich noch nicht breit durchgesetzt. Dabei gibt es sie schon seit fast 20 Jahren. Anfänglich hat man sie Audio-Blogs genannt. Heute sind sie ein vielfältiges Medium geworden. Es lohnt sich, sie zu entdecken.
Bis man für sich die spannenden Beiträge gefunden hat, braucht es etwas Geduld. Zunächst benötigt man eine App, die einem die Audiofiles regelmässig herunterlädt. Bei Apple ist dies iTunes oder auf dem Smartphoe Podcast. Mittlerweile stellen viele ihre Podcasts auch auf Spotify. Die Handhabe dort ist einfacher.
So, dann geht’s auf die Suche. Die meisten Radiostationen bieten die Ausstrahlungen von Sendung als Podcasts zum Download also. Also Radiosendungen on demand. Dies ist eine Möglichkeit, Podcasts zu produzieren.
Etwas genuiner ist es, Podcasts als eigenes Medium auszureizen. Weil sie günstig und einfach herzustellen sind, kann jeder ein eigenes Plauderformat erstellen. Die Salonkolumnisten sind ein solches Projekt.
Themenpodcasts sind ein weiterer, spannender Typus. Bei den Besten Freundinnen sprechen die zwei Jungs Max und Jacob jeweils 40 Minuten über Männerthemen. Auf dem französischen Podcast Bouffons dreht sich alles ums Essen. Und so lässt sich zu fast jedem Thema ein mehr oder minder interessanter Podcast finden.
Die Crème de la Crème der Podcasts sind die echten Serien. Ein wenig wie Netflix. Der Klassiker ist Serial. Die erste Staffel mit 12 Folgen geht dem Mord an der 18-Jährigen Schülerin Hae Min Lee aus dem Jahr 1999 in Maryland, USA, nach. Die vielen Ungereimtheiten, welche die Journalistin und Produzentin Sarah Koenig aufdeckt, versehen jede Folge mit einem spannenden Cliffhanger. Ein weiterer Podcast dieser Art ist Slow Burn von Slate. Erzählt wird hier die Watergate-Affäre unter neuen Blickwinkeln.
Auch SRF ist in die Podcast-Serien eingestiegen. Und das gar nicht schlecht: In Edi – Leben am Limit tauchen zwei Journalistinnen in das unglaubliche Leben eines Gesetzesbrechers ein.
Podcasts haben also nicht nur eine grosse Themenbreite, sondern auch unterschiedliche Formate zu bieten. Gemäss Nutzungszahlen sollen sie 2018 im Aufwind sein. Möge dies stimmen, verdient haben sie es.
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